Die Restaurierung von Typoskripten zu Andorra und Homo Faber von Max Frisch
Im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jh. sind die Typoskripte zu Andorra und Homo Faber längere Zeit starker Feuchtigkeit ausgesetzt gewesen. Bei Typoskripten handelt es sich um die in den 50er und 60er Jahren des 20. Jh. typischen dünnen halbtransparenten Schreibmaschinenpapiere .
Vermutlich lagerten sie in einem Keller. Der Feuchtigkeitsschaden entstand bereits vor der Gründung des Max Frisch Archivs. Es entstand Schimmel, der das Papier stark verbräunte. Der Schaden verläuft vom linken Blattrand bis zum Satzspiegel. An diesen Stellen ist das Papier so stark degradiert, dass es beim Manipulieren durch Benutzer teilweise zu Rissen kam. Für die Literaturforschung sind die Typoskripte deshalb von grossem Interesse, weil Frisch, wie andere Schriftsteller seiner Zeit, den Text mit Kugelschreiber korrigiert und geändert hat. Diese handschriftlichen Korrekturen dokumentieren die verschiedenen Arbeits- phasen bei der Entstehung der Werke.
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Ein Typoskript (mit Schreibmaschine beschriebenes dünnes Papier) aus dem Roman Homo Faber von Max Frisch klebt infolge starken Schimmelbefalls auf dem schwarzen Rückkarton (Zustand vor der Restaurierung). Der Schaden an allen anderen Blättern desselben Romanmanuskripts ist weniger gravierend, trotzdem ist die Festigkeit der Blätter stark beeinträchtigt.
Auf der Blattrückseite hat sich infolge Feuchtigkeit zwischen dem Rückkarton und dem Blatt starker Schimmel gebildet.
Die weissen Stellen sind Schimmelmyzele. Das Papier ist besonders am linken Rand stark degradiert.
Mit Spatel und Pinzette werden die Schimmelmyzele abgenommen, es folgt eine Reinigung mit Latexschwämmen.
Das volle Ausmass des Schadens zeigt sich erst nach der Schimmelreinigung .
Das Blatt ist durch die Feuchtigkeit extrem verwellt und weisst viele Fragmente auf, im Foto sind nur die grössten erkennbar.
Detail des Schadens nach Reinigung des Schimmels.
Dieselbe Stelle nach der Restaurierung.
Das restaurierte Typoskript. Das Blatt weist in den Randbereichen kleine Fehlstellen auf. Die Festigung des Blattes erfolgte durch Aufkleben von sehr dünnem Japanpapier, auf der Rückseite ganzflächig, sowie auf der Vorderseite auf dem linken Rand und teilweise am oberen und unteren Rand mit Weizenstärkekleister. Zum Planlegen wurde das Blatt unter einem Membrangewebe (Gore-Tex) leicht befeuchtet und zwischen Kartons getrocknet.
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