Ablassbrief auf Pergament
Ablassbrief auf Pergament, mehrfach eingefaltet und durch Schimmelbefall stark beschädigt.
Der Ablassbrief aufgefaltet. Die Schrift ist nur noch schwach lesbar und pudert infolge des Schimmelbefalls ab. Die Fehlstellen sind einerseits eine Folge des Schimmels, andererseits hat der Rost von Metallgegenständen Löcher verursacht.
Die Rückseite der Urkunde vor der Restaurierung: Die Urkunde wurde schon vor mehreren hundert Jahren restauriert. Beweis dafür sind die Streifen aus Pergamentmakulatur am oberen und unteren Rand, die aus einer gothischen Handschrift stammen. Unten links sieht man ein rundes Pergamentstück, an dem das Siegel von vorne mit Faden befestigt wurde. Die Falzungen stammen von der früheren eingefalteten Lagerung.
Anfasern der Fehlstellen im Pergament auf dem Niederdrucktisch (poröse beleuchtete Polycarbonplatte) mit einem Brei aus gemahlenem Pergament, Papier, Pergamentleim, Wasser und Alkohol. Der Anfaserbrei wird von der Rückseite her im Bereich der Löcher aufgetragen. Das Dokument wird anschliessend in der Presse getrocknet.
Die Rückseite nach der Anfaserung.
Der fertig restaurierte Ablassbrief. Die Tinte wurde durch Aufsprühen von Pergamentleim fixiert und ist wieder abriebfest. Das Dokument kann wieder benutzt werden, bleibt aber fragil. Für die Aufbewahrung wurde es in einer Urkundenschachtel montiert. Das Einfalten ist nicht mehr möglich.