Ablassbrief

Der Ablassbrief (auch Indulgenzbriefe, von lateinisch litterae indulgentiales oder Ablassblatt genannt) war ein "Nachlass von auferlegten Strafen, die von dem Sünder nach seiner Umkehr noch zu verbüssen sind".

Ausgestellt wurde der Ablassbrief im Namen eines vom Papst beauftragten Bischofs oder Kardinals, wobei die Kirche den Käufern einen Nachlass zeitlicher Sündenstrafen oder einen vollkommenen Ablass gewährte. Auflagen waren die Verrichtung bestimmter Gebete (beispielsweise mit einem Rosenkranz) oder gottgefälliger Werke (etwa Spenden für den Bau von Kirchen). Im Zuge der Verbreitung dieser Briefe spielte der Dominikanermönch Johann Tetzel eine besondere Rolle, vor allem mit dem berühmten Satz: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.“

Für Martin Luther war die Praxis, durch Ablassbriefe zum Beispiel den Bau des Petersdoms im Rom zu finanzieren, einer der Hauptkritikpunkte an der katholischen Kirche und motivierte ihn zur Verfassung der 95 Thesen.

Textquelle: Wikipedia


Papstbulle
Papstbulle
Ablassbrief
Siegel 1
Siegel 2

Dieser Ablassbrief aus dem vom 18. März 1287 ist auf Pergament geschrieben und mit 20 Siegeln (alle von Bischöfen) gesiegelt.



Rückseite des Ablassbriefs: nach Jahrhunderten wurden die Siegel zu ihrem Schutz in Säckchen aus Leinen eingenäht, die mit Hanffasern gepolstert wurden.



Leider führte dieser "Schutz" (Leinensäckchen) dazu, dass man von aussen, die allmählich entstehenden Schäden an den Siegeln nicht erkennen konnte. So entstanden grössere Schäden, weil man sie nicht entdeckt hat.



Oberhalb von jedem Siegel wurde am Rand auf der Urkunde der Name des Sieglers angebracht.



Ein typischer Schaden eines Siegels. Die Siegeloberfläche ist noch staubig und voll von Fäden des Polstermaterials Hanf.



Die Rückseite.



An den Fehlstellen wird neues Wachs (80% Bienenwachs gebleicht, 20% Dammarharz, gefärbt mit Pigmenten) ergänzt.



Die Fehlstellen werden mit Wachs, feinen Lötkolben und Spateln ergänzt.



Das restaurierte Siegel.


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