Was tun bei Schimmelbefall?

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Wasserkatatrophen
Schimmelbefall
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Das Wichtigste in Kürze:

Bei Verdacht auf Schimmel, Bücher und Akten nicht mehr öffnen und manipulieren.
Kontaktieren eines Buch- und Papierrestaurators zwecks Abklärung und Sanierung des Schimmelbefalls.
Aufstellen eines Entfeuchtungsgerätes im Archiv.
Keine Desinfektionsmittel einsetzen und Bücher nicht mit Lappen abreiben.


Die Entstehung von Schimmel
Bei Schimmel handelt es sich um mikroskopisch kleine Pilze, welche man überall in der Atmosphäre, aber auch auf Büchern und Schriftgut in Form von Sporen vorfinden kann. Diese sind inaktiv und für das Auge unsichtbar. Sie werden allerdings aktiv, wenn die Umgebungsbedingungen ihr Wachstum fördern (Erhöhung der relativen Luftfeuchte aufgrund eines Wasserschadens, feuchtes Mauerwerk, starke Temperaturschwankungen, ungenügende Luftzirkulation, z.B. bei Regalen, die nahe an Wänden stehen). Bei einer relativen Luftfeuchte ab 65% muss mit Schimmelbefall gerechnet werden. In Einzelfällen kommt Schimmelbefall auch bei tieferen Werten vor. Die Sporen beginnen unter solchen Bedingungen zu wachsen und bilden Myzelien aus, die sich ausbreiten. Je höher die relative Luftfeuchtigkeit, umso rascher breitet sich der Schimmelbefall aus. Schimmel schädigt organische Materialien wie Einbände und Papier bis hin zum totalen Zerfall, ruft irreversible Verfärbungen hervor und entfaltet einen modrigen Geruch.

Achtung! Schimmelsporen können die Gesundheit gefährden. (Allergien)


Die Erkennung von Schimmel
Im Fall von Büchern tritt Schimmel häufig auf schwarzem Einbandgewebe auf sowie auf der Innenseite der Deckel. Oft betroffen sind Register aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, auf denen sich der Schimmel in Form von kleinen weissen Punkten (Myzelien) manifestiert (Abb.1). In schlimmeren Fällen bildet sich der Schimmel als krustige samtartige Substanz aus (Abb. 2).

Abb. 1 Schimmelbefall (weisse Punkte)
an Registern aus dem 19. Jahrhundert
Abb. 2 krustiger Schimmel
(schwarze Stellen auf dem Plan)


Bücher und Akten, die von Schimmel befallen sind, sollten nicht mehr bewegt werden. weil sich die Sporen sonst im Raum verteilen. Bei sehr starkem Schimmelbefall sollten die Bücher keinesfalls geöffnet werden, weil die Seiten oft zusammenkleben und sich beim Öffnen Risse bilden, was hohe Restaurierungskosten hervorruft (Abb.3 und 4).

Schimmelbefall kann insbesondere am Papier in den verschiedensten Farben auftreten, darunter weiss, rosa, schwarz und grün. Bei lang anhaltender Feuchtigkeit bewirkt der Schimmelbefall, dass das Papier zusammenklebt und die Tinte bis zur Unleserlichkeit ausbleicht.

Achtung! Bei Schimmelbefall Bücher nicht öffnen oder manipulieren.


Abb. 3 Durch lang anhaltende
Feuchtigkeit entstandener
extremer Schimmelschaden

Abb. 4 Schriftverlust im Bereich des
Schimmelbefalls



Die Behandlung von Schimmel an Schriftgut
Begasung oder Gammabestrahlung von verschimmelten Akten und Büchern sollten nur in Absprache mit einem Buch- und Papierrestaurator durchgeführt werden. Keinesfalls sollten irgendwelche Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen, weil solche Chemikalien Farben an Einbandmaterialien und Papier anlösen und Tinte verschmieren können.
Durch eine Begasung oder Gammbestrahlung werden die Schimmelsporen zwar abgetötet, der gesundheitsgefährdende Staub der abgestorbenen Sporen und Myzelien bleibt aber weiterhin auf den Akten. Dieser Staub muss mittels einer mechanischen Reinigung entfernt werden (Abb.5), nachdem die Bücher ausgetrocknet sind. Die Feuchtigkeit in den Büchern und im Archivraum muss mit Hilfe eines Entfeuchters behoben werden.

Begasung oder Gammabestrahlung nur in Absprache mit dem Restaurator durchführen,
keine Desinfektionsmittel gegen Schimmel einsetzen!

PDF Beispiele von Schimmelbefall
Abb. 5 Mechanische Reinigung von
Schimmel