Einbandleder

Stark degradiertes Leder wird mit einer Lederfettlösung
behandelt.

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Diplomarbeit K. Blaschke

Ablösen von Scotch/Tesa
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Dokumentation
Farbfotos für Dokumentation
Konservierung Einbandleder
Kreidegrundierung für Pergament
Kupferfrassbehandlung
Lichtbleichen
Störleim zubereiten
Schliessen von Rissen an Plänen und Karten
Tintenfrassbehandlung
Velourpergament
Leather Report, 1905
Wasserzeichenerfassung
Illuminierte Initialen neu montieren
Konservierungseinband


Es ist davon abzuraten, Ledereinbände zu fetten. Wir haben dies zwar einige Jahre in gewissen Fällen gemacht, sind aber seit 2006 davon abgekommen und lehnen spätestens seit der Diplomarbeit von Kristina Blaschke (Herbst 2008) eine solche Behandlung ab.

Die Informationen zur holländischen Methode des Lederfettens bleiben trotzdem weiter aufgeschaltet, weil sie bereits Teil der Restaurierungsgeschichte sind und so, auch ohne sie anzuwenden von Nutzen sein können.
Insbesondere den Bibliophilen unter den Benutzern dieser Seite sei abgeraten, irgendein Lederfett anzuwenden, weil man für einen kurzfristigen, lediglich ästhetischen Gewinn nicht das Risiko eingehen sollte, die Substanz des Leders irreversibel zu schädigen.


Erkenntnisse aus der Diplomarbeit „Lederpflegemittel auf vegetabil gegerbtem Leder- Auswirkungen und chemische Veränderungen“ von Kristina Blaschke, 2008

Kristina Blaschke hat während ihrer Diplomarbeit an der Fachhochschule in Bern die Auswirkungen und chemischen Veränderungen, welche Lederpflegemittel auf vegetabil gegerbtes Leder haben können, mit verschiedensten Methoden untersucht. (Die Lektüre dieser Diplomarbeit sei allen Interessierten empfohlen.

Kristina Blaschkes Untersuchungen haben gezeigt, dass die von ihr analysierten Lederpflegemittel (Crème von René Larsen, Holländische Emulsion, Dressing von Robert Fuchs, Cire 213 der Bibliothèque Nationale de France) Glanz und Farbe von Leder verändern können. Sie konnte nachweisen, dass sich durch die Einwirkung der obengenannten Lederpflegmittel die Faserbündelzwischenräume in der Lederstruktur verengen, wodurch es zum Verlust von Originalsubstanz kommen kann. Es konnte ausserdem nachgewiesen werden, dass keine gleichmässige Penetration des Leders stattfindet, was eine homogene Schmierung des Materialgefüges klar ausschliesst.

Im Weiteren wurde festgestellt, dass nicht definierte, stark variierende Materialien für Konservierungszwecke verwendet werden, deren Degradationsprozesse nur unzureichend untersucht sind. Da alle Lederpflegemittel aus ähnlichen Komponenten bestehen (Fette, Wachse und Harze) ist anzunehmen, dass auch andere Lederpflegemittel die gleichen Auswirkungen auf Leder haben. Bis zur weiteren Erforschung des komplexen Problems sollte deshalb in der Konservierung und Restaurierung auf das Nachfetten von Leder verzichtet werden.